Die letzten Wochen …

… waren überaus ereignisreich und randvoll mit Musik! Am 19. September spielten Sina, Laurin und ich bei der Ausstellungseröffnung Offene Ateliers – Künstler in Rösrath, ein Auftritt vor ganz wunderbarem und aufmerksamem Publikum. Die Spielzeit haben wir uns aufgeteilt; in der ersten Hälfte gab es Lieder aus meiner Feder,


… in der zweiten Hälfte spielten Sina & Laurin Songs aus ihrem Programm.


Am Tag darauf ging es dann in die Kölner Südstadt: im Musikhaus Süd präsentierten Anna Herbst (Sopran) und Sigrid Sachse (Klavier) ihr wunderschönes Programm Auf Rilkes Spuren mit Liedern von Franz Schubert bis in die Gegenwart. Unter anderem gab es eine ganze Reihe von Ur- und Deutschen Erstaufführungen: Werke des Pariser Komponisten Jean-Philip Dartois ebenso wie Kompositionen von Sigrid (ermöglicht durch freundliche Unterstützung der Stadt Köln).
Das Konzert fand (natürlich) unter Corona-Bedingungen statt. Das Publikum saß in Abstand voneinander, wodurch weniger Personen in den Saal durften. Dafür wurde das Programm dann zweimal hintereinander präsentiert (Hut ab vor der Leistung der Interpretinnen!). Die Auftritte bekamen dadurch eine Intimität und Intensität, wie man sie nur selten erlebt … und wer weiß: vielleicht können wir auch für Nach-Corona-Zeiten daraus lernen und neue, intimere Konzertformen etablieren. Für diejenigen, die – wie ich – das Glück hatten, beide Aufführungen hören zu dürfen, ergaben sich umso tiefere Einblicke in die Kompositionen und deren hochkonzentrierte Interpretationen.
Ebenfalls der Pandemie geschuldet war die Tatsache, dass die Konzerte bei geöffnetem Fenster durchgeführt wurden – bei traumhaftem Wetter an einem der letzten Kölner Spätsommerabende des Jahres. Natürlich waren dadurch immer wieder Geräusche des angrenzenden Kinderspielplatzes und des Straßenverkehrs zu hören … doch entgegen meiner Befürchtungen hat dies überhaupt nicht gestört, im Gegenteil: die Kompositionen und der Schall von draußen vermischten sich zu einer spannenden und klangvollen ‚Soundscape‘. Ein Erlebnis!


Seit dem 25. September sind Sina, Laurin und ich mit den Aufnahmen zu meinem ersten Song-Album beschäftigt (Arbeitstitel: echt jetzt), etwas, das ich mir schon seit Jahrzehnten wünsche und was nun durch die phantastische Unterstützung meiner Familie endlich Wirklichkeit wird! Was für ein unglaubliches Glück, eigene Lieder aufnehmen zu dürfen! Und was für ein Geschenk, seine Kinder als Mitmusiker gewinnen zu können! Der Hammer!!
Bislang waren wir drei Tage im Studio (im Subtone-Studio zu Dortmund bei dem wunderbaren Ralf Kiwit) und haben nun die Aufnahmen zu 12 Tracks im Kasten. Nächste Woche geht es dann an den Feinschliff.

Auch wenn wir längst nicht fertig sind und die Veröffentlichung noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird, kann ich doch jetzt schon verraten, dass es ein sehr poetisches Album werden wird, mit manchmal nachdenklichen, manchmal verträumten und manchmal beinahe schon philosophischen Texten (meine Kölschen Songs, meine Gassenhauer und meine Kinderlieder sind nicht dabei; die müssen noch ein bisschen abwarten).
In der Instrumentierung 6- und 12-saitige akustische Gitarren, Cello, E-Bass, Cajón und natürlich Gesang spielen wir unterschiedlichste Stile, die von ‚Gitarrenfolk‘ über Bossa Nova und Rock bis hin zum HipHop reichen; etwas Jazz-Einfluss schimmert selbstverständlich immer mal wieder durch.
Eigentlich müssten wir jetzt sagen, dass wir es kaum erwarten können, bis das Album endlich fertig ist. Das stimmt ja auch, würde aber ausblenden, dass wir tatsächlich bislang jeden Moment der Produktion wirklich genossen haben! Natürlich ist Studioarbeit Konzentration pur und unglaublich anstrengend. Aber sie macht halt auch einfach riesigen Spaß! 😀


Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es natürlich viele Möglichkeiten. Zum Beispiel die monatlichen Veröffentlichungen meines ‚Jahreslauf‘-Projekts unter dem Namen norrut. Pünktlich zum 1. Oktober ist auf allen wesentlichen Plattformen meine neue Komposition koyo erschienen.

koyo ist ein reines Gesangsstück. Zwar habe ich den ein oder anderen Effekt verwendet, z.B. Hall, aber es gibt diesmal keinen einzigen elektronisch erzeugten Klang; zu hören ist nur meine Stimme. 
koyo ist der japanische Begriff für die geradezu magische Herbstfärbung insbesondere der Ahornbäume. Die Komposition besteht aus 10 Abschnitten à einer Minute, denen jeweils ein sechsstimmiger Akkord zugrundeliegt. Dieser wird von 12 Stimmen mit ständig wechselnden Vokalen [i, e, ɛ, a, y, ø, œ, ɔ, o, u] gesungen, wodurch sich immer wieder neue Klangfarben und Obertonstrukturen ergeben, ähnlich den vielfältigen Farben im Herbstwald.  
Das wesentliche Sternzeichen im Monat Oktober ist die Waage; dieser wird der Edelstein Jade zugeordnet, den man mit Harmonie und innerem Frieden in Verbindung bringt. Den Waage-Geborenen sagt man ebenfalls nach, sie seien ausgleichend, friedliebend und harmoniebedürftig. Auch diesem habe ich in koyo versucht, Rechnung zu tragen.
Ich wünsche viel Freude mit diesem Stück; zum Beispiel hier:

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Vielen Dank für Eure Ohren und Eure Unterstützung!

Einen schönen Herbst,
bleibt standhaft und gesund,

Euer Georg

Die Reise nordwärts geht weiter …

norrut bleibt produktiv. Die ambitionierte Idee, jeden Monat ein neues Stück zu komponieren und jeweils zum 1. des Monats zu veröffentlichen, hat nun schon zu sechs charakterlich sehr unterschiedlichen Produktionen geführt. Die jüngste Veröffentlichung, peridot, ist seit dem 1. August online und erweitert die Klangpalette, diesmal vornehmlich auf Klavier- und Streicher-Samples basierend, ein wenig in Richtung „Neo-Klassik“.

norrut • Peridot

Der leuchtend grüne Edelstein Peridot gilt übrigens als Monatsstein für im August Geborene. Er soll in der Lage sein, negative Gefühle wie Egoismus, Neid oder Herzlosigkeit ins Gegenteil zu wandeln … aktuell wäre es wohl sehr angebracht, diesen Stein flächendeckend zu verteilen. Alternativ könnten wir es natürlich auch mit meiner Musik versuchen … 😉

Auch das Juli-Stück am Weiher möchte ich Euch noch einmal ans Herz legen. Hier verbinden sich Gitarre, Nyckelharpa, Tambura und Kantele mit einem vielstimmigen Frosch-Chor.

norrut • am Weiher

… das im Urlaub entstandene Chill-Out-Stück Demeter, das am 1. September 2020 veröffentlicht wird, geht dann wieder in eine ganz andere Richtung und wird sogar tanzbar … 😉

Musik in Corona-Zeiten

Natürlich geht die Corona-Krise auch an uns nicht vorüber. Alle Konzerte bis einschließlich August sind abgesagt; ob ab September wieder Auftritte stattfinden können, weiß im Moment noch niemand. Auch die für die Osterferien geplanten Studio-Aufnahmen für das zweite Album von Laurin und Sina sind in Absprache mit dem Tonstudio erst einmal auf Eis gelegt. Auch wenn’s traurig ist: es war die richtige Entscheidung!

Unser Klavier- und Gitarren- und Flöten- und Bass-Unterricht findet zur Zeit nur noch online statt. Ich drehe an einem Streifen Lehr-Videos und bemühe mich, Noten und Materialien online zu stellen, ohne dabei Urheberrechte zu verletzen – was gar nicht so einfach ist. Tatsächlich benötige ich, um den Unterricht am Laufen zu halten, fast doppelt so viel Zeit – was mir natürlich niemand glaubt, da die gefühlte Realzeit für die einzelnen Schüler geringer ausfällt. Unserem Orts-Pfarrer geht es aber genauso; ich bin also in guter Gesellschaft.

Ähnlich ist es mit meinen universitären Lehraufträgen: ein irrsinniger Aufwand, der mich ebenfalls annähernd doppelt so viel Zeit kostet. Trotzdem ist für mich ganz klar, dass ich bis zu den Sommerferien keinen Präsenzunterricht im alten Stil erteilen werde, selbst wenn sich Naivlinge wie Herr Laschet oder Soziopathen wie Herr Lindner durchsetzen sollten … das werde ich weder meinen Schülerinnen und Schülern noch meinen Studentinnen und Studenten noch mir zumuten. Auch wenn ich dreimal mehr dafür arbeiten muss. Basta! Mir reicht völlig, was ich von erkrankten Freunden und Bekannten hören muss; ich muss diesem Sch…-Virus nun wirklich nicht auch noch persönlich begegnen!

Aber auch wenn unser Alltag aktuell in der ein oder anderen Weise beeinträchtigst sein mag – unsere Kreativität ist es nicht! Die Album-Aufnahmen von Sina und Laurin sind nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben … ich habe das Privileg, die neuen Songs schon alle zu kennen und kann nur sagen: Freut Euch drauf; es wird großartig – ein würdiger Nachfolger für den meisterhaften Erstling Glances, den Ihr Euch, solltet Ihr ihn noch nicht kennen, unbedingt anhören solltet!

Für mein Elektronik-Ambient-Projekt norrut habe ich mir ein „Jahreslauf-Projekt“ vorgenommen. Am 1. März wurde die Märzmusik veröffentlicht, am 1. April die meditative Komposition Grasmond (ein alter Name für den April).

Grasmond besteht aus neun Synthesizer- und Sampling-Spuren, die alle live eingespielt wurden. Die Melodielinie ist stetig aufsteigend, passend zum Ostergedanken. Als „Stargast“ spielt ein Schwedischer Gebirgsbach, den ich letztes Jahr mitten in Värmland aufgenommen habe, eine wesentliche Rolle; ich dachte dabei an den alten Brauch des Osterwassers.

Ich wünsche viel Freude mit Grasmond und Märzmusik; das nächste Jahreslauf-Stück mit dem Arbeitstitel „Bealtaine“ freut sich schon auf seine Veröffentlichung am 1. Mai! 🙂